Prüfpunkt legacy-redirectWeiterleitungen und Adressen
Was passiert mit alten Adressen nach einem Website-Relaunch?
Ohne Weiterleitungen fallen sie aus dem Suchindex — und mit ihnen der über Jahre aufgebaute Wert: Google kennt die alten Adressen, andere Websites verlinken darauf, Lesezeichen zeigen dorthin. Liefert eine solche Adresse nach dem Relaunch einen Fehler, entfernt die Suchmaschine sie, und eingehende Verweise laufen ins Leere. Unsere Prüfung ruft früher indexierte Adressen der Domain gezielt ab und zählt, wie viele davon noch ein Ziel erreichen.
Der unsichtbare Schaden eines Relaunchs
Ein Relaunch verändert fast immer die Adressstruktur: neue Pfade, neue Namen, gelöschte Seiten. Für Besucher, die über die Startseite kommen, ist das unsichtbar. Sichtbar wird es dort, wo die alten Adressen weiterleben — im Suchindex, in Verweisen anderer Websites, in geteilten Beiträgen. Jede dieser Quellen führt jetzt auf eine Fehlerseite. Die Suchmaschine zieht daraus zwei Schlüsse: Sie entfernt die Adresse aus dem Index, und sie wertet die Häufung von Fehlern als Qualitätssignal der ganzen Domain. Der Verweis-Wert, den die alte Seite gesammelt hat, verfällt, statt auf die Nachfolgerin überzugehen.
Weiterleitungen erhalten den Wert
Eine dauerhafte Weiterleitung (Status 301) sagt der Suchmaschine: Diese Adresse hat eine Nachfolgerin — übertrage Einordnung und Verweis-Wert dorthin. Die beste Nachfolgerin ist die inhaltlich entsprechende neue Seite; gibt es keine, ist die passende Übersichts- oder Kategorieseite die zweitbeste Wahl. Eine Weiterleitung, die selbst im Fehler endet, ist dagegen wertlos — genau diese kaputten Ketten zählt die Prüfung getrennt aus, denn sie sehen im ersten Moment wie gelöste Fälle aus.
Was die Prüfung genau misst
Die Prüfung ermittelt früher indexierte Adressen der Domain und ruft jede einzelne ab. Der Bericht nennt, wie viele davon kein Ziel mit Status 200 mehr erreichen — aufgeschlüsselt nach direkten Fehlern und kaputten Weiterleitungsketten — und wie viele gelöschte Seiten sich auf eine bestehende Übersichtsseite umleiten ließen. Damit wird aus dem diffusen Gefühl „nach dem Relaunch ist die Sichtbarkeit eingebrochen" eine konkrete Arbeitsliste.
So gehen Sie es an
- Erstellen Sie vor jedem Relaunch eine Liste aller indexierten Adressen — aus der Sitemap, der Suchkonsole und den Serverprotokollen.
- Legen Sie für jede alte Adresse eine dauerhafte Weiterleitung (301) auf die inhaltlich passende neue Seite an.
- Leiten Sie gelöschte Inhalte auf die nächsthöhere Übersichts- oder Kategorieseite, statt sie im Fehler enden zu lassen.
- Prüfen Sie nach dem Relaunch stichprobenartig alte Adressen aus fremden Verweisen — genau diese tragen den meisten Wert.
Weiter im Prüfbereich Technik
- Warum dürfen interne Links nicht auf Fehlerseiten führen?Interne Links auf 4xx-/5xx-Adressen verschwenden Crawl-Budget und brechen Besucherwege. Die Prüfung zählt betroffene Adressen und nennt Beispiele.
- Warum darf die Sitemap keine toten Adressen enthalten?Eine Sitemap ist eine Einladungsliste an Suchmaschinen. Tote Adressen darin verschwenden Crawl-Budget und beschädigen das Vertrauen in alle Einträge.
- Welche Sicherheits-Header sollte ein Webserver senden?Schutz-Kopfzeilen wie Content-Security-Policy oder X-Content-Type-Options kosten nichts, schützen Besucher und sind ein Qualitätssignal der Website.
- Warum soll die Sitemap die endgültige Adresse nennen?Sitemap-Einträge, die weiterleiten, kosten bei jedem Abruf einen zusätzlichen Schritt. Die Liste soll die finale Adresse jeder Seite nennen.
Dieser Prüfpunkt gehört zum Prüfbereich Technik; dort stehen alle Prüfpunkte im Überblick. Was die Prüfung insgesamt leistet, zeigt die Leistungsseite; wie ein Ergebnis zustande kommt, erklärt das Prüfverfahren. Alle Prüfbereiche im Überblick: Wissensbasis.
Foto: Siriwan Srisuwan, CC0





