Zum Inhalt springen

Beta — Entwurfsstand. Prüfordnung und Hinweistexte sind noch nicht rechtlich freigegeben; es werden derzeit keine verbindlichen Siegel ausgestellt.

Prüfpunkt 2.4.1Stufe ANavigation, Orientierung und Links

Was ist ein Sprunglink und wozu dient er?

Ein Sprunglink — englisch „Skip-Link“ — ist meist der allererste Link einer Seite und führt direkt zum Hauptinhalt. Er erspart Tastaturnutzern, sich bei jedem Seitenaufruf durch das komplette Menü zu tabben: Bei einer Navigation mit vielen Einträgen sind das Dutzende Tastendrücke, bevor der eigentliche Inhalt beginnt — auf jeder einzelnen Unterseite aufs Neue. Das WCAG-Kriterium 2.4.1 verlangt eine solche Abkürzung.

So funktioniert ein Sprunglink

Der Sprunglink liegt als erstes fokussierbares Element im Quelltext und trägt einen Text wie „Zum Inhalt springen“. Für Mausnutzer bleibt er unsichtbar; erst wenn die Tabulatortaste ihn erreicht, wird er eingeblendet. Ein Druck auf die Eingabetaste setzt den Fokus hinter Kopfbereich und Menü direkt an den Anfang des Hauptinhalts. Vorleseprogramme profitieren doppelt: Sie müssen die immer gleiche Navigation nicht auf jeder Seite erneut vorlesen. Eine anerkannte Alternativtechnik sind Bereichs-Marken im Quelltext, insbesondere eine ausgezeichnete Haupt-Marke — viele Vorleseprogramme springen Bereiche direkt an. Der klassische Sprunglink hilft darüber hinaus auch sehenden Tastaturnutzern ohne Vorleseprogramm.

So prüft der Prüfservice den Sprunglink

Der Prüfservice untersucht die ersten drei fokussierbaren Elemente der Seite: Trägt eines davon einen Sprunglink-Text wie „zum Inhalt“, gilt das Kriterium als bestanden — ein echter Nachweis. Fehlt der Sprunglink, aber der Hauptinhalt ist im Quelltext als Haupt-Bereich ausgezeichnet, ist die Alternativtechnik plausibel; der Bericht vermerkt das als manuellen Prüffall, denn ob die Bereichsgliederung wirklich trägt, entscheidet ein Mensch. Fehlt beides, gilt das Kriterium als verstoßen. So unterscheidet der Bericht sauber zwischen nachgewiesener Abkürzung, plausibler Alternative und echter Lücke.

Beispiele

Kein Weg am Menü vorbei

Verstoß
<body>
  <nav>… 40 Menüpunkte …</nav>
  <div class="inhalt">…</div>
</body>
Erfüllt
<body>
  <a href="#inhalt" class="sprunglink">Zum Inhalt springen</a>
  <nav aria-label="Hauptmenü">… 40 Menüpunkte …</nav>
  <main id="inhalt">…</main>
</body>

Der Sprunglink ist das erste fokussierbare Element und wird sichtbar, sobald er den Fokus hat. Die Landmarke main hilft zusätzlich.

So gehen Sie es an

  1. Drücken Sie auf Ihrer Startseite einmal die Tabulatortaste — erscheint ein Link „Zum Inhalt springen“, ist die Abkürzung da.
  2. Bitten Sie Ihre Agentur, den Sprunglink als erstes fokussierbares Element einzubauen und erst bei Fokus einzublenden.
  3. Lassen Sie den Hauptinhalt zusätzlich als Haupt-Bereich im Quelltext auszeichnen — Vorleseprogramme springen Bereiche direkt an.
  4. Prüfen Sie, ob das Sprungziel stimmt: Nach dem Sprung muss der nächste Tabulatordruck im Hauptinhalt landen, nicht wieder im Menü.

Weiter im Prüfbereich Barrierefreiheit

Dieser Prüfpunkt gehört zum Prüfbereich Barrierefreiheit; dort stehen alle Prüfpunkte im Überblick. Was die Prüfung insgesamt leistet, zeigt die Leistungsseite; wie ein Ergebnis zustande kommt, erklärt das Prüfverfahren. Alle Prüfbereiche im Überblick: Wissensbasis.

Foto: freddie marriage, CC0

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