Technik · Prüfpunkt
Warum müssen die Sprachangaben einer Seite übereinstimmen?
Weil eine Website ihre Sprache an zwei Stellen erklärt — im Quelltext (dem lang-Attribut des html-Elements) und in der Server-Antwort (der Kopfzeile Content-Language) — und widersprüchliche Angaben jede darauf gestützte Entscheidung unsicher machen: die Länder-Zuordnung der Suche, die Sprachwahl von Übersetzungs- und Vorlesefunktionen, die Einordnung durch Antwortmaschinen. Unsere Prüfung vergleicht beide Angaben und meldet Widersprüche.
Zwei Stellen, eine Wahrheit
Das lang-Attribut setzt die Redaktion oder die Vorlage; die Content-Language-Kopfzeile setzt der Server oder das Hosting. Weil verschiedene Stellen zuständig sind, laufen die Angaben auseinander: Der Quelltext sagt „de", der Server sagt „en", weil er auf einer englischen Standardeinstellung steht. Für Besucher unsichtbar, für Maschinen ein Widerspruch — und je nach Dienst gewinnt mal die eine, mal die andere Angabe. Eine österreichische Website fährt am besten mit „de-AT" an beiden Stellen: Sprache UND Region, konsistent.
Was die Prüfung genau misst
Die Prüfung liest das lang-Attribut aus dem Quelltext und die Content-Language-Kopfzeile aus der Server-Antwort und vergleicht beide. Der Bericht nennt die beiden gemessenen Werte — damit ist sofort sichtbar, welche Seite der Konfiguration korrigiert werden muss. Der Befund ist mild eingestuft, aber leicht zu beheben: eine Einstellung im Server oder eine Zeile in der Vorlage.
So gehen Sie es an
- Legen Sie die maßgebliche Angabe fest — für eine österreichische Website: de-AT — und setzen Sie sie an beiden Stellen.
- Prüfen Sie nach Hosting-Umzügen die Content-Language-Kopfzeile: Sie ist die Stelle, die dabei am häufigsten still umspringt.
- Kennzeichnen Sie bei mehrsprachigen Websites jede Sprachfassung mit ihrer eigenen, in sich stimmigen Angabe.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen „de" und „de-AT"?
„de" benennt nur die Sprache, „de-AT" zusätzlich die Region Österreich. Die längere Form hilft überall dort, wo regional unterschieden wird — etwa bei der Zuordnung zur österreichischen Suche. Wichtiger als die Form ist die Widerspruchsfreiheit beider Stellen.
Welche der beiden Angaben ist die wichtigere?
Das lang-Attribut im Quelltext wird von den meisten Diensten ausgewertet, auch von Vorleseprogrammen — es hat Vorrang in der Pflege. Die Server-Kopfzeile sollte es bestätigen statt ihm zu widersprechen; sonst hängt das Ergebnis davon ab, welchen Wert ein Dienst zufällig liest.
Betrifft der Befund auch die Barrierefreiheit?
Das Sprach-Attribut selbst ja — es steuert die Aussprache von Vorleseprogrammen und ist dort ein eigenes Prüfkriterium (WCAG 3.1.1). Dieser Indexierungs-Befund prüft den WIDERSPRUCH zwischen Quelltext und Server-Antwort; er ergänzt die Barrierefrei-Prüfung, ersetzt sie nicht.
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