Barrierefreiheit · Prüfpunkt
Was ist ein Sprunglink und wozu dient er?
Ein Sprunglink — englisch „Skip-Link“ — ist meist der allererste Link einer Seite und führt direkt zum Hauptinhalt. Er erspart Tastaturnutzern, sich bei jedem Seitenaufruf durch das komplette Menü zu tabben: Bei einer Navigation mit vielen Einträgen sind das Dutzende Tastendrücke, bevor der eigentliche Inhalt beginnt — auf jeder einzelnen Unterseite aufs Neue. Das WCAG-Kriterium 2.4.1 verlangt eine solche Abkürzung.
So funktioniert ein Sprunglink
Der Sprunglink liegt als erstes fokussierbares Element im Quelltext und trägt einen Text wie „Zum Inhalt springen“. Für Mausnutzer bleibt er unsichtbar; erst wenn die Tabulatortaste ihn erreicht, wird er eingeblendet. Ein Druck auf die Eingabetaste setzt den Fokus hinter Kopfbereich und Menü direkt an den Anfang des Hauptinhalts. Vorleseprogramme profitieren doppelt: Sie müssen die immer gleiche Navigation nicht auf jeder Seite erneut vorlesen. Eine anerkannte Alternativtechnik sind Bereichs-Marken im Quelltext, insbesondere eine ausgezeichnete Haupt-Marke — viele Vorleseprogramme springen Bereiche direkt an. Der klassische Sprunglink hilft darüber hinaus auch sehenden Tastaturnutzern ohne Vorleseprogramm.
So prüft der Prüfservice den Sprunglink
Der Prüfservice untersucht die ersten drei fokussierbaren Elemente der Seite: Trägt eines davon einen Sprunglink-Text wie „zum Inhalt“, gilt das Kriterium als bestanden — ein echter Nachweis. Fehlt der Sprunglink, aber der Hauptinhalt ist im Quelltext als Haupt-Bereich ausgezeichnet, ist die Alternativtechnik plausibel; der Bericht vermerkt das als manuellen Prüffall, denn ob die Bereichsgliederung wirklich trägt, entscheidet ein Mensch. Fehlt beides, gilt das Kriterium als verstoßen. So unterscheidet der Bericht sauber zwischen nachgewiesener Abkürzung, plausibler Alternative und echter Lücke.
So gehen Sie es an
- Drücken Sie auf Ihrer Startseite einmal die Tabulatortaste — erscheint ein Link „Zum Inhalt springen“, ist die Abkürzung da.
- Bitten Sie Ihre Agentur, den Sprunglink als erstes fokussierbares Element einzubauen und erst bei Fokus einzublenden.
- Lassen Sie den Hauptinhalt zusätzlich als Haupt-Bereich im Quelltext auszeichnen — Vorleseprogramme springen Bereiche direkt an.
- Prüfen Sie, ob das Sprungziel stimmt: Nach dem Sprung muss der nächste Tabulatordruck im Hauptinhalt landen, nicht wieder im Menü.
Häufige Fragen
Was ist ein Skip-Link auf einer Website?
Ein Skip-Link oder Sprunglink ist ein meist unsichtbarer Link ganz am Anfang der Seite mit einem Text wie „Zum Inhalt springen“. Er erscheint, sobald die Tabulatortaste ihn erreicht, und setzt den Fokus per Eingabetaste direkt hinter Menü und Kopfbereich. Tastaturnutzer sparen so auf jeder Seite Dutzende Tastendrücke durch die immer gleiche Navigation.
Warum sehe ich den Sprunglink auf meiner Website nicht?
Das ist beabsichtigt: Der Sprunglink wird üblicherweise erst eingeblendet, wenn er per Tabulatortaste den Fokus erhält. Mausnutzer brauchen ihn nicht und sollen nicht davon abgelenkt werden. Testen können Sie ihn trotzdem leicht — Seite öffnen, einmal Tabulatortaste drücken. Erscheint oben links ein Link zum Inhalt, funktioniert die Abkürzung.
Reicht eine Haupt-Bereichsmarke im Quelltext statt eines Sprunglinks?
Sie ist eine anerkannte Alternativtechnik, hat aber eine Lücke: Bereichs-Marken helfen nur Nutzern von Vorleseprogrammen, die Bereiche anspringen können. Sehende Tastaturnutzer ohne Vorleseprogramm gehen leer aus. Unser Prüfbericht wertet die Haupt-Marke deshalb als plausiblen, manuell zu bestätigenden Fall — der klassische Sprunglink dagegen als echten Nachweis.
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