Blitzende Inhalte: die Grenze von dreimal pro Sekunde
Kein Inhalt darf mehr als dreimal pro Sekunde blitzen. Dieses Kriterium schützt Menschen mit photosensitiver Epilepsie und ist das einzige, bei dem ein Verstoß unmittelbar gesundheitsschädlich sein kann.
Was dazu geprüft wird
1 Prüfpunkte aus dem WCAG 2.2, Leitlinie 2.3 — die Liste stammt aus dem Messkern, nicht aus diesem Text.
- 2.3.1 Grenzwert von dreimaligem Blitzen · Stufe A
Jeder dieser Punkte steht mit Erklärung in der vollständigen Prüfpunktliste.
Worauf es in der Praxis ankommt
In der Praxis sind Verstöße selten, aber wenn, dann folgenschwer: schnelle Videoschnitte, Werbebanner mit Blitzeffekt, Ladeanimationen mit hartem Hell-Dunkel-Wechsel.
Weil ein automatischer Test bewegte Inhalte nur eingeschränkt beurteilen kann, ist dieses Kriterium ein Fall für die menschliche Sichtung — besonders bei eingebetteten Videos, die von einer fremden Plattform kommen.
Häufige Fragen
Betrifft das auch eingebettete Videos von Dritten?
Ja. Verantwortlich ist, wer den Inhalt auf seiner Seite einbindet. Ein fremdes Video mit Blitzsequenz wird durch die Einbettung zu einem Inhalt Ihrer Seite.
Wie erkenne ich problematische Stellen?
Achten Sie auf schnelle Hell-Dunkel-Wechsel über größere Flächen, besonders mit Rotanteil. Es gibt Analysewerkzeuge für Videomaterial; für einzelne Effekte auf der Seite hilft die Sichtung durch einen Menschen.
Weitere Themen aus Barrierefreiheit
- Alternativtexte prüfen: wann ein Bild einen Text braucht
- Untertitel und Audiodeskription: was bei Video und Audio verlangt wird
- Struktur und Lesereihenfolge: warum Aussehen und Code übereinstimmen müssen
- Farbkontraste prüfen: 4,5:1, 3:1 und was sonst noch zählt
- Tastaturbedienung prüfen: alles erreichbar, nichts gefangen
- Zeitbegrenzungen und bewegte Inhalte: Kontrolle beim Nutzer
- Navigation und Fokus: sichtbar, auffindbar, in sinnvoller Reihenfolge
- Zielgrößen und Zeigereingaben: 24×24 Pixel und was daran hängt
- Sprachauszeichnung prüfen: lang-Attribut richtig setzen
- Vorhersehbarkeit: keine Überraschungen bei Fokus und Eingabe
- Formulare und Fehlermeldungen: erkennen, erklären, vermeiden
- Name, Rolle, Wert und Statusmeldungen: was Hilfsmittel aus dem Code lesen