Technik · Prüfpunkt
Warum muss der Inhalt einer Website im ersten HTML stehen?
Weil Suchmaschinen zuerst nur dieses erste HTML-Dokument lesen: Text, der erst durch JavaScript entsteht, wird womöglich verspätet oder gar nicht ausgewertet. Ihre sorgfältig geschriebenen Inhalte sollen deshalb schon in dem Dokument stehen, das der Server ausliefert. Der Prüfbereich „Indexierung“ misst, wie viel sichtbarer Text im ersten HTML steckt, und bewertet das Ergebnis nach festen Schwellen.
Das erste HTML ist das, was Google sicher liest
Bei jedem Aufruf schickt der Server ein HTML-Dokument — das erste HTML. Alles, was darin steht, kann eine Suchmaschine sofort lesen. Viele moderne Websites liefern jedoch nur ein fast leeres Gerüst aus und bauen den sichtbaren Inhalt erst danach im Browser zusammen, per JavaScript. Besucher merken davon wenig, weil ihr Browser das Skript ausführt. Eine Suchmaschine aber steht zunächst vor einer nahezu leeren Seite. Ob und wann sie das JavaScript ausführt und den fertigen Inhalt sieht, ist nicht garantiert — die Indexierung hängt dann von diesem zweiten, ungewissen Schritt ab.
So misst die Prüfung den Textanteil
Die Prüfung nimmt das erste HTML, entfernt Skripte, Stilangaben und alle technischen Auszeichnungen und zählt, was an sichtbarem Text übrig bleibt. Ab 500 Zeichen gilt die Regel als erfüllt, mit 10 von 10 Punkten. Zwischen 150 und 499 Zeichen gibt es die halbe Punktzahl — es steht etwas da, aber wenig. Unter 150 Zeichen wertet die Prüfung das als ernsten Befund: Der Inhalt entsteht offenbar erst im Browser, die Indexierung ist gefährdet. Zusätzlich hält der Bericht das Verhältnis von sichtbarem Text zur Gesamtgröße des Dokuments fest — so wird sichtbar, wie viel vom ausgelieferten Dokument tatsächlich Inhalt ist.
Der einfache Selbsttest im Quelltext
Sie brauchen kein Werkzeug, um das Prinzip zu prüfen. Öffnen Sie eine Seite Ihrer Website, merken Sie sich einen ganzen Satz aus dem sichtbaren Text, und öffnen Sie dann den Quelltext (rechte Maustaste, „Seitenquelltext anzeigen“). Suchen Sie den Satz dort mit der Suchfunktion des Browsers. Finden Sie ihn wörtlich, steht Ihr Inhalt im ersten HTML. Finden Sie ihn nicht, wird er nachgeladen — dann sollten Sie mit Ihrer Agentur über serverseitige Auslieferung sprechen. Die Fachbegriffe dafür sind „Server-Side Rendering“ oder „Pre-Rendering“; beides sorgt dafür, dass der fertige Text im Dokument ankommt.
So gehen Sie es an
- Suchen Sie einen Satz Ihrer Website wörtlich im Quelltext — er soll dort vorkommen.
- Bitten Sie Ihre Agentur, Inhalte serverseitig auszuliefern, statt sie erst im Browser zusammenzubauen.
- Prüfen Sie besonders Seiten aus Baukasten-Systemen und Web-Apps — dort ist nachgeladener Inhalt am häufigsten.
- Achten Sie bei jedem Relaunch darauf, dass die sichtbare Textmenge im Quelltext nicht einbricht.
Häufige Fragen
Kann Google JavaScript ausführen?
Ja, grundsätzlich kann Google Seiten auch mit JavaScript verarbeiten. Dieses sogenannte Rendern ist aber ein eigener, nachgelagerter Schritt — ob und wann er stattfindet, ist nicht garantiert. Wer sichergehen will, liefert die wichtigen Inhalte im ersten HTML aus. Dann hängt die Indexierung an keinem zweiten Schritt.
Wie erkenne ich, ob mein Inhalt im HTML steht?
Öffnen Sie den Quelltext der Seite und suchen Sie einen Satz aus dem sichtbaren Text. Steht er wörtlich dort, wird der Inhalt direkt ausgeliefert. Fehlt er, entsteht er erst im Browser. Unsere Prüfung misst dasselbe automatisch und zählt die sichtbaren Zeichen im ersten HTML.
Was bedeutet Server-Side Rendering?
Server-Side Rendering heißt, dass der Server die fertige Seite samt Inhalt zusammenbaut und ausliefert, statt dem Browser nur ein Gerüst und die Bauanleitung zu schicken. Suchmaschinen lesen den Inhalt dann sofort. Moderne Website-Techniken beherrschen beides — es ist eine Entscheidung bei der Umsetzung, keine Frage des Designs.
Weiter im Prüfbereich Technik
- Warum kann eine Lade-Animation der Auffindbarkeit schaden?Ein Lade-Overlay oder ein unsichtbar gestarteter Seitenkörper kann dazu führen, dass Google eine leere Seite bewertet. Inhalt muss frei sichtbar sein.
- Was ist Cloaking und wie wird es erkannt?Cloaking heißt: Suchmaschine und Besucher bekommen verschiedene Seiten. Die Prüfung ruft beide Fassungen ab und vergleicht die Auslieferung.
- Wozu brauchen robots.txt und Sitemap einander?Die robots.txt soll auf die Sitemap verweisen, und die Sitemap muss abrufbar sein. Geprüft wird die ganze Kette bis zur richtigen Domain.
- Was passiert mit alten Adressen nach einem Website-Relaunch?Früher indexierte Adressen, die nach einem Relaunch Fehler liefern, fallen aus dem Suchindex — und der Wert eingehender Verweise verfällt mit ihnen.
Dieser Prüfpunkt gehört zum Prüfbereich Technik — dort stehen alle Prüfpunkte im Überblick. Was die Prüfung insgesamt leistet, zeigt die Leistungsseite; wie ein Ergebnis zustande kommt, erklärt das Prüfverfahren. Alle Prüfbereiche im Überblick: Wissensbasis.