Performance · Prüfpunkt
Was ist INP und warum soll die Reaktionszeit unter 200 Millisekunden liegen?
INP (Interaction to Next Paint) misst, wie schnell eine Website sichtbar auf Eingaben reagiert — Google bewertet bis 200 Millisekunden als gut, über 500 Millisekunden als schlecht. Gemessen wird über alle Interaktionen eines Besuchs hinweg: jeden Klick, jeden Fingertipp, jede Tastatureingabe. Eine Seite kann schnell laden und sich trotzdem zäh anfühlen — genau diese Zähigkeit macht der INP sichtbar.
Reaktionszeit ist das Gefühl von Qualität
Ein Besucher tippt auf „In den Warenkorb“ — und nichts passiert. Keine Färbung, kein Häkchen, kein Hinweis. Nach einer halben Sekunde tippt er noch einmal, jetzt liegen zwei Stück im Korb. Solche Momente misst der INP: die Zeit zwischen der Eingabe und der nächsten sichtbaren Veränderung auf dem Bildschirm. 200 Millisekunden sind ein Fünftel einer Sekunde — ab dieser Grenze nehmen Menschen eine Verzögerung als Stocken wahr. Der INP betrachtet dabei den gesamten Besuch, sodass auch die eine träge Schaltfläche auffällt, die sonst hinter vielen schnellen Klicks verschwinden würde.
Der INP kommt aus den Daten echter Besucher
Der INP lässt sich nur beobachten, wenn echte Menschen die Seite bedienen — eine Laborsimulation klickt sich nicht durch einen ganzen Besuch. Google sammelt die Werte deshalb über Chrome-Browser echter Nutzer und stellt sie als Felddaten aus einem 28-Tage-Fenster bereit. Der Prüfservice ruft diese Daten für Ihre Seite ab, sofern sie genug Aufrufe hat. Für Seiten mit wenig Verkehr springt im Labor ein verwandter Wert ein: die Total Blocking Time (TBT). Sie misst, wie lange die Seite während des Ladens für Eingaben blockiert ist, und dient als Labor-Näherung für den INP.
Die Google-Schwellen: 200 und 500 Millisekunden
Bis 200 Millisekunden gilt der INP als gut, bis 500 als verbesserungswürdig, darüber als schlecht. Häufige Ursache für schlechte Werte ist zu viel Skriptarbeit im Browser: Werbeeinbindungen, Analyse-Werkzeuge und aufwendige Effekte beschäftigen den Rechenkern des Geräts so, dass Eingaben warten müssen. Auf einem älteren Mobiltelefon wirkt sich das deutlich stärker aus als auf einem neuen Bürorechner — deshalb misst der Prüfservice Mobil und Desktop getrennt. Im Bericht steht jeder Verstoß mit dem gemessenen Wert, der Quelle der Messung und dem Zielwert daneben.
So gehen Sie es an
- Bedienen Sie Ihre Website an einem älteren Mobiltelefon: Tippen Sie auf Menü, Suchfeld und Warenkorb und achten Sie darauf, ob die Seite sofort sichtbar reagiert.
- Bitten Sie Ihre Agentur um eine Liste aller eingebundenen Skripte von Drittanbietern und streichen Sie gemeinsam, was niemand mehr braucht.
- Sorgen Sie dafür, dass jede Schaltfläche sofort eine sichtbare Rückmeldung gibt — eine Färbung oder ein Ladezeichen —, auch wenn die Verarbeitung dahinter länger dauert.
- Prüfen Sie im Bericht, ob Ihr INP aus Felddaten stammt; fehlen sie, hat Ihre Seite zu wenige Aufrufe für die Statistik, und die Blockierzeit aus dem Labor tritt an seine Stelle.
- Wiederholen Sie die Messung nach dem Einbau neuer Werkzeuge wie Chat-Fenstern oder Bewertungs-Modulen — genau solche Zusätze verschlechtern den Wert oft.
Häufige Fragen
Was bedeutet INP bei einer Website?
INP steht für Interaction to Next Paint: die Zeit zwischen einer Eingabe des Besuchers — Klick, Fingertipp, Taste — und der nächsten sichtbaren Veränderung auf dem Bildschirm. Der Wert wird über alle Interaktionen eines Besuchs erhoben. Er beschreibt damit, ob sich eine Seite flüssig oder zäh bedienen lässt, unabhängig davon, wie schnell sie geladen hat.
Welcher INP-Wert ist gut?
Google stuft einen INP bis 200 Millisekunden als gut ein, bis 500 Millisekunden als verbesserungswürdig und darüber als schlecht. 200 Millisekunden sind ein Fünftel einer Sekunde — etwa die Grenze, ab der Menschen eine Verzögerung bewusst wahrnehmen. Der Prüfservice prüft gegen genau diese offiziellen Schwellen und weist Überschreitungen als Befund aus.
Warum hat meine Website keinen INP-Wert?
Der INP entsteht aus den Daten echter Besucher, die Google über einen Zeitraum von 28 Tagen sammelt. Hat eine Seite zu wenige Aufrufe, reicht die Datenmenge für eine belastbare Aussage nicht aus, und es gibt keinen Feldwert. Der Prüfservice zieht dann die im Labor gemessene Blockierzeit (TBT) heran — sie zeigt dieselbe Ursache: zu viel Skriptarbeit im Browser.
Was verschlechtert den INP am häufigsten?
Meist zu viele oder zu schwere Skripte: Werbenetzwerke, Analyse-Werkzeuge, Chat-Fenster und aufwendige Animationen beschäftigen den Rechenkern des Geräts, während der Besucher tippt. Auf älteren Mobiltelefonen fällt das besonders auf. Abhilfe schaffen das Entfernen ungenutzter Einbindungen und das Nachladen von Zusatzfunktionen erst dann, wenn sie tatsächlich gebraucht werden.
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Dieser Prüfpunkt gehört zum Prüfbereich Performance — dort stehen alle Prüfpunkte im Überblick. Was die Prüfung insgesamt leistet, zeigt die Leistungsseite; wie ein Ergebnis zustande kommt, erklärt das Prüfverfahren. Alle Prüfbereiche im Überblick: Wissensbasis.