Barrierefreiheit · Prüfpunkt
Muss sich Text auf einer Website auf 200 Prozent vergrößern lassen?
Ja: Besucher müssen den Text Ihrer Website auf 200 Prozent — also die doppelte Größe — vergrößern können, ohne dass Inhalte oder Funktionen verloren gehen. Viele Menschen mit nachlassender Sehkraft lesen grundsätzlich mit vergrößerter Darstellung. Der Browser-Zoom leistet das von selbst, solange die Website ihn nicht aussperrt oder beim Vergrößern zerbricht.
Der Browser-Zoom ist die Lesebrille des Webs
Wer kleine Schrift schlecht lesen kann, drückt am Computer Strg und Plus oder zieht am Handy zwei Finger auseinander — und die Seite wächst. Für viele ältere Besucher ist das der normale Weg, Websites überhaupt zu lesen. Die Regel verlangt, dass dabei bis zur doppelten Größe nichts verloren geht: Texte dürfen sich nicht überlappen, Knöpfe nicht aus dem Bild wandern, Inhalte nicht abgeschnitten werden. Der häufigste und ärgerlichste Verstoß ist die Zoom-Sperre am Handy: eine Code-Einstellung, die das Zwei-Finger-Vergrößern komplett verbietet. Sie stammt meist aus alten Vorlagen und lässt sich in Minuten entfernen — der Gewinn für sehschwache Besucher ist enorm.
So prüft unser Messkern die Vergrößerbarkeit
Unser Messkern liest die Anzeige-Einstellung Ihrer Seite aus und erkennt Zoom-Sperren zuverlässig: Verbietet der Code das Vergrößern am Handy oder deckelt er es unterhalb der doppelten Größe, meldet der Bericht das als schwerwiegenden Befund mit genauer Begründung. Zusätzlich vermerkt die Prüfung, ob Ihre Seite eine eigene Schriftgrößen-Umschaltung anbietet — das ist ein Komfortmerkmal, ersetzt aber den funktionierenden Browser-Zoom nicht. Ob die Seite bei tatsächlicher Vergrößerung sauber umbricht, hängt eng mit dem verwandten Kriterium zum Umfluss zusammen, das unser Messkern in mehreren Bildschirmbreiten misst. Das Gesamturteil über das Verhalten bei 200 Prozent fällt beim Gold-Standard ein Mensch, der die Seite vergrößert bedient.
So gehen Sie es an
- Drücken Sie auf Ihrer Website Strg und Plus, bis 200 Prozent erreicht sind — alle Inhalte und Knöpfe müssen nutzbar bleiben.
- Testen Sie am Handy das Zwei-Finger-Vergrößern — funktioniert es nicht, lassen Sie die Zoom-Sperre aus dem Code entfernen.
- Bitten Sie Ihre Agentur, Schriftgrößen in anpassbaren Einheiten statt in festen Pixelwerten zu setzen.
- Prüfen Sie nach dem Vergrößern besonders Menüs und Formulare — dort klemmt es zuerst.
- Verlassen Sie sich nie allein auf eine eigene Schriftgrößen-Umschaltung: Der Browser-Zoom muss immer zusätzlich funktionieren.
Häufige Fragen
Wie vergrößern Besucher den Text einer Website?
Am Computer mit Strg und Plus beziehungsweise Cmd und Plus am Mac, am Handy und Tablet durch Auseinanderziehen von zwei Fingern. Beides ist eine eingebaute Funktion des Browsers. Die Website muss diese Vergrößerung zulassen und bis zur doppelten Größe ohne Verlust von Inhalten oder Funktionen verkraften.
Was ist eine Zoom-Sperre und warum ist sie schädlich?
Eine Code-Einstellung, die das Vergrößern am Handy verbietet oder stark begrenzt. Sehschwache Besucher können die Seite dann schlicht nicht lesen. Die Sperre stammt meist aus veralteten Vorlagen und lässt sich schnell entfernen. Unser Messkern erkennt sie automatisch und weist sie im Bericht als schwerwiegenden Befund aus.
Reicht ein Schriftgrößen-Umschalter auf der Website?
Als alleinige Lösung nein. Ein Umschalter auf der Seite ist ein freundliches Komfortmerkmal, aber die Regel verlangt, dass der normale Browser-Zoom funktioniert — den kennen und nutzen die Besucher. Unser Bericht vermerkt einen vorhandenen Umschalter positiv, prüft aber unabhängig davon, ob der Browser-Zoom frei ist.
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